Lassen Sie das!

Als kleiner Journalistenschüler lernt man es in der ersten Unterrichtsstunde: Anführungsstriche sind dafür da, um etwas zu zitieren oder etwas zu kennzeichnen, das man nicht wörtlich meint – sondern irgendwie anders. Was also meint die KVB hier mit “abgeschleppt”? Zerstören, verstecken oder Reifen-plattstechen vielleicht? Oder ist es gar die erotische Anspielung eines Zweiradfetischisten? Rätsel gibt auch das Wort Überbau auf – hat womöglich mal jemand sein Rad an der Wand über der Fensterfront festgedübelt?

Dienstleistungswüste Deutschland? Keineswegs! Es gibt viele ehrenhafte Dienstleister, die sich auf die Verbotswut unserer Landsleute einstellen: Egal, was ihr gerne verbieten wollt, es gibt für alles einen Aufkleber! Angeboten wird es von den Firmen, die dank Google-Adsense auf meiner Seite werben (siehe rechts unten). Irgendwie beruhigend, dass es noch Dinge gibt, die Google völlig falsch einschätzt…

Vielen Dank für den Tipp, Matti!

Freundlicherweise haben die zuständigen Stellen der Physik-Fakultät das entscheidende Wort nochmal unterstrichen: “keine”! Sonst könnte man ja auf die dumme Idee kommen, es sei gewünscht, dass Lebensmittel hier entsorgt würden.

Bleibt auch hier die Frage: Darf ich denn andere Dinge darin entsorgen?

Dieses Schild überfordert den verschreckten Betrachter, der äußerste sprachliche Härte gewohnt ist. Der zuständige Porzer Schildamtsleiter setzt anscheinend auf sanfte Rhetorik, die zum Nachdenken animieren soll.

Oder beschreibt das Schild womöglich nur eine Tatsache – sind Porzer Radfahrer und Fußgänger vielleicht wirklich überdurchschnittlich rücksichtsvoll? Oder ist das eine Warnung vor tückischen Rücktsichtnehmern, die im Dickicht lauern und einen überfallen wollen?